Westerwald-Taunus-Tour 2021

Am 16. September 2021 brachen die Simsonfreunde Bonn mit 5 Simsons, einer 175er MZ ES und einem Begleitfahrzeug auf, um durch Westerwald, Taunus und durch das Rheinland zu knattern. Zuvor haben wir uns (mal wieder) gutes spätsommerliches Wetter bestellt. Und das wurde auch geliefert – es fiel kein einziger Regentropfen.

Etappe Nr. 1 führte uns unser Tourenleiter Andrej von unserem Vereinsheim in Bonn-Kessenich zur Rheinfähre von Rolandseck nach Honnef. Wir zahlten für unser Auto, das Motorrad sowie die fünf Fahrräder (sic!). Danach fransten wir uns durch den Berufsverkehr und kämpften uns ins Siebengebirge. Bei einer Pause stellten wir fest, dass einem Piloten der Impfpass fehlt, den er sonst analog mit sich 'rum schleppt. Statt noch mal nach Hause zu fahren ging es gemeinsam weiter. Motto: Wird schon werden. Bei der 1er Schwalbe von Tourenleiter Andrej springt irgendwie öfters mal der dritte Gang raus. Letztendlich kamen wir alle gut im Landhotel Adler in Selters an. Bei der MZ hatte sich hinten der „Bierkoffer“ gelöst und musste neu fixiert werden. Wir stellten unsere Moppeds in die Garagen, bezogen unsere Zimmer und trafen uns gegen 20 Uhr zum Abendbrot im Hotel. Tagesleistung: ~79,5 km und 'n paar Feierabendbierchen.

Etappe Nr. 2 führte uns morgens nach dem Aufsatteln als Erstes an die Tanke. Wir fuhren dann kurvenreich durch den schönen Westerwald. Wir machten Rast auf einem Parkplatz. Andrej und Micha bestiegen zwischendurch noch den Stefansturm bei Arzbach (das ist ein begehbarer Römerturm auf der Spitze eines 423 Meter hohen Basaltkegels). Er bietet einen beeindruckenden Ausblick auf das Grenzland des einstigen Römischen Weltreiches. Das dauerte zwar alles viel länger als gedacht aber war eigentlich ein ganz hübscher Abstecher. Zumindest für die zwei, während der Rest rastete. Wir kreuzten zwei Mal die Lahn, zuletzt in Lahnstein, wo wir eine Pause beim „Besten Bäcker Deutschlands“ einlegten (2015!). Wir kamen dann wieder an den Rhein und stellten fest, dass wir wegen einer Straßensperrung nicht vorankamen. Nach einiger Verwirrung wechselten wir zur Umgehung zwei Mal mit der Fähre die Rheinseite. Ein zweiter Tankstopp sorgte für etwas Gekicher, weil Micha die Angewohnheit hat, auf Reserve zu fahren und sein Motoröl sich offenbar nicht gut mit dem Sprit mischt, wenn man es nach dem Tanken einfüllt. Eine riesige blaue Wolke war die Folge. Auf der Fähre noch einmal gut durchgeschüttelt und dann war das wieder einigermaßen „normal“. Der dritte Gang an Andrejs Schwalbe ist heute gefühlt Tausend Mal rausgesprungen. Das Getriebe klingt so schauerlich-scheußlich, dass es durch Mark und Bein geht, wenn man hinter ihm fährt. Es is nicht ausgemacht, ob er damit bis ans Ziel kommt. Zum Ende der Etappe fuhr Andrej dann auch noch seinen Tank leer. Nachschub war jetzt weniger das Problem (wir hatten einen 20-Liter-Kanister Gemisch dabei) aber die Stelle war „suboptimal“. Letztlich fuhren wir dann durch den Taunus zum Berghof in Berghausen (Einrich). Das ist ein Motorradhotel. Leider gab es nur eine Überdachung und keine Garage aber am nächsten Morgen standen noch alle Moppeds da. Abendbrot gab es im Hotel und vor allem auch reichlich. Tagesleistung: ~210 km und 'n paar Feierabendbierchen.

Etappe Nr. 3 brachte uns erst einmal nur 10 km voran. Es gab ein seltsames Geräusch am Begleitfahrzeug, das sich als eingeklemmtes Steinchen in der Bremsanlage herausstellte. Das klang schlimm, war dann aber doch recht flott zu beheben. Wir fuhren dann wieder über die Lahn. Am Kloster Arnstein machten wir Rast, pflückten uns ein paar Birnen von einem Baum, trafen einen begeisterten Simson-Fan und mussten auch sonst ein paar neugierige Fragen beantworten. Als es wieder voran gehen sollte, dachten wir nach ein paar Metern, jemand hätte uns unter Maschinengewehrfeuer genommen. Glücklicherweise handelte es sich aber nur um einen abgefallenen Krümmer an Michas Maschine. Die Krümmerdichtung wurde schnell gefunden und der Krümmer „fachgerecht“ mit einer Wasserpumpenzange angezogen. Entgegen der Routenplanung fuhren wir dann noch ein wenig an der schönen Lahn entlang und futterten mittags auch einen Snack auf der Terasse von einem Gasthof. Irgendwann kamen wir dann wieder auf unsere Route und fuhren recht einsame, bergige und kurvige Westerwaldstraßen und -Sträßchen. Zwischendurch kam uns der Gedanke, dass ein Eis eine gute Idee wäre. Die Lösung ließ allerdings in diesem spärlich besiedelten Terrain noch knapp 20 Kilometer auf sich warten (Eiscafe Venezia in Herborn). Andrejs Schwalbe hielt durch – auch wenn die Gänge kontinuierlich rausflogen. Letztlich kamen wir dann gut im Motorradhotel „Zur Quelle“ in Nistertal an. Dort gibt es eine riesige Garage, die nachts von zwei Hunden bewacht wird. Wir bezogen unsere Zimmer und aßen direkt im Hotel. Tagesleistung: ~184 km und 'n paar Feierabendbierchen.

Etappe Nr. 4 brachte uns zurück ins liebliche Rheinland. Allerdings fuhren wir vorher noch ein paar schöne kleine kurvige Sträßchen (und leider auch Straßen). Das schönste Stück führte durch ein Naturschutzgebiet und bot letztlich ziemlich genau eine Autobreite. Alle haben gedacht, wir wären auf einem touristischen Radweg gelandet aber es war eine normale Straße. Wir snackten an einem Bikertreff (zur Klus in Waldbröl). Beim Losfahren verdrehten die BMW- und Harley-Fahrer ihre Hälse. Irgendwie ja lustig. Wir fuhren dann noch sowas wie Asbach – Buchholz – Rheinfähre Godesberg – Kessenich (Simsonium). Lustig, woran sich der Mensch gewöhnen kann, nach dem vierten Tag Getriebekrach erscheint einem das irgendwie ja fast normal. Es war eine wirklich schöne Runde. Häufiger wurden wir mal gegrüßt und es wurde gehupt und unsererseits natürlich auch zurückgewunken. In ein paar Situationen war es auch ziemlich haarig. Als prominentes Beispiel fällt mir da der 80er-Jahre-Ford mit H-Kennzeichen ein, der unbedingt in einer nicht einsehbaren Kurve an uns vorbeifahren musste. Nächstes Jahr nehmen wir dann wohl den dritten Anlauf, um nach Strasbourg zu fahren. Corona-bedingt wurde das bereits 2 Jahre in Folge verschoben.

Album Westerwald-Taunus-Tour 2021


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